Mit EAPPI und CJNV in den South Hebron Hills und im Governorat Nablus

Referent: Rudolf Rogg ist Mitglied der Nahost-Kommission der Deutschen Sektion von Pax Christi, war 2023 mit dem ‚Ökumenischen Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI)‘ des Ökumenischen Rats der Kirchen in den South Hebron Hills und 2024 mit dem Center for Jewish Non-Violence (CJNV) im Governorat Nablus, von 2008-2016 Landesdirektor der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (giz) in Palästina, von 2016-2020 Abteilungsleiter Naher- und Mittlerer Osten der giz.
- Seit der Staatsgründung Israels vor 75 Jahren ist es nicht gelungen, für die Menschen in Israel und Palästina ein einvernehmliches Miteinander zu schaffen. Mit der israelischen Besetzung des Westjordanlands und Ost-Jerusalems im Jahr 1967 begann der Bau völkerrechtswidriger Siedlungen, die bis heute stetig wachsen. Die Siedlungspolitik Israels ist eine der Haupthindernisse für Frieden.
- Ein neues Phänomen sind sogenannte landwirtschaftliche Siedlungsaußenposten. Zionistische Siedler führen Viehherden ein, die den Weide- und Ackerraum der palästinensischen Bauern und Viehhalter für sich beanspruchen und zunehmend mit Gewalt und Unterstützung der israelischen Armee besetzen. Die Betroffenen versuchen ihre Landwirtschaft und Viehhaltung gewaltfrei zu verteidigen und aufrecht zu erhalten.
- Im Windschatten des Überfalls von Hamas und anderer radikaler Gruppierungen auf Israel am 7.10.2023 und des daran anschließenden Krieges in Gaza haben die gewaltsamen Vertreibungen der Bauern in der Westbank eine neue Dimension erreicht und stellt eine schleichende Annexion der Westbank dar.
- Israelische und internationale Menschenrechtsgruppen versuchen durch ihre Präsenz Schutz zu bieten, stehen ihnen im Alltag bei und dokumentieren die Übergriffe von Siedlern und der israelischen Armee.
- Der Referent hat im Rahmen des Ökumenischen Begleitprogramms des Weltkirchenrats (EAPPI) 2023 Hirten in den South-Hebron-Hills drei Monate begleitet und hat 2024 als Freiwilliger des International Centers for Jewish Non-Violence (CJNV) Olivenbauern im Raum Nablus bei der Olivenernte unterstützt.
- Die Veranstaltung gibt Einblick in das Leben der Menschen unter Besatzung, Landnahme und Vertreibung, stellt die Arbeit der Menschenrechtsorganisationen vor und gibt Einblick in den Alltag und die Herausforderungen eines solidarischen Begleiters.
hier der Flyer:
Gefördert durch das Bundesfamilienministerium in Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"
