Unsere Kirche steht vor großen Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Die Gesellschaft verändert sich: Menschen leben mobiler, Individualität ist wichtiger geworden, sehr unterschiedliche Lebenswelten stehen in unserer Gesellschaft nebeneinander, digitale Medien prägen den Alltag, der Klimawandel bedroht Zukunftsperspektiven. Kirche ist nicht mehr selbstverständlich und verliert für viele an Bedeutung.
undseine Auswirkungenin der südlichen Kurpfalz (Stand Febr. 2022)
Transformation und Reduktion. Mitte letzten Jahres hat die Landessynode der Evangelischen Kirche in Baden einen Strategieprozess beschlossen, der die nächsten zwei Jahre in allen Kirchenbezirken durchgeführt werden soll. Bis Ende 2023 sollen neue Planungszahlen mit 30 % Kürzungen vorliegen. Die Gemeinden werden mit weniger Personal, weniger Gebäuden und weniger Finanzmitteln auskommen müssen. Bis 2032 ist Zeit für Umsetzung dieser Vorgaben. Gemeinden und Regionen werden am Prozess beteiligt und sind herzlich gebeten, bei diesen Entscheidungen mit zu wirken und diese dann auch mitzutragen. Kirchliche Präsenzen ist dabei ein neuer Begriff, der deutlich macht, dass Menschen Kirche auch anders wahrnehmen als in ihrer Ortsgemeinde. Gesellschaftliche Debatten mit Beteiligung der Kirche, neue Themenfelder und Orte als kirchliche Räume entdecken, das alles steckt hinter dem Begriff Transformation. Wo will Kirche vorkommen und wie kann die kirchliche Botschaft, das woran wir glauben in die Gesellschaft getragen werden? In eine Gesellschaft, die nach der Pandemie sicher vieles neu und anders gestalten wird. Das Gespräch mit anderen Akteuren soll dazu gesucht werden. In der Südlichen Kurpfalz gibt es für diesen Prozess eine Strategiegruppe, die der Bezirkskirchenrat berufen hat. Die Strategiegruppe startet aber nicht gleich mit Kürzungsvorschlägen, sie beschäftigt sich mit der inhaltlichen Ausrichtung der kirchlichen Arbeit. Wie verändert sich Kirche? Wie sieht sie in zehn Jahren aus? Wir können Menschen bei der Kirche andocken mit ihren Lebens- und Glaubensfragen? Welche neuen Angebote und Formate werden gebraucht, auch digital? Welche Schwerpunkte haben die vier Regionen? Wo gibt es schon fruchtbare Zusammenarbeit und Kooperationen, an welchen Stellen werden sie weiterentwickelt? Mit diesen Fragen richtet sich die Gruppe an die Regionen der Südlichen Kurpfalz und lädt zu Austausch und Gespräch ein.
Wie geht die Evangelische Kirche der Südlichen Kurpfalz in die Zukunft?
Dekanin Annemarie Steinebrunner dazu in einer Pressemitteilung: „Kirche wird sich transformieren, verändern, sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Das gelingt nur, wenn viele am Veränderungsprozess beteiligt sind. Wir werden manches aufgeben, Gelingendes stärken, Neues wagen. Wir werden den Gestaltungsspielraum, den wir auch bei zurückgehenden Ressourcen immer noch haben, nutzen und fröhlich und kreativ die Botschaft von Gottes Liebe weitergeben. Kirche wird weiter da sein für die Menschen, auch wenn sich Rahmenbedingungen ändern.“
Eng verknüpft mit dem Strategieprozess werden in den nächsten zwei Jahren in den vier Regionen Visitationen durch den Bezirkskirchenrat stattfinden, um die regionale Zusammenarbeit zu stärken und regionale Vereinbarungen zu treffen.