Die Energienothilfe der Evangelischen Landeskirche in Baden und ihrer Diakonie ist gestartet. Seit 2.11. können bei den Beratungsstellen der Diakonie vor Ort Anträge auf Soforthilfe gestellt werden. Die Landeskirche verzichtet dazu auf die Einnahmen aus der Energiepreispauschale. Damit möglichst vielen Menschen geholfen werden kann, wird zusätzlich um Spenden gebeten.
Menschen, die wegen der explodierenden Energiepreise in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen sind, können eine Überbrückungshilfe von bis zu 1.000 Euro beantragen.
Die Hilfe richtet sich an Menschen mit niedrigem oder mittlerem Einkommen, die nicht von staatlichen Transferleistungen profitieren. Antragsberechtigt sind alle Menschen, die ihren ersten Wohnsitz in Baden haben und aktuelle Nachzahlungen für Heizung oder Strom nicht bezahlen können.
Die Evangelische Landeskirche in Baden hatte beschlossen, auf die Einnahmen aus der Energiepreispauschale zu verzichten und sie stattdessen an Bedürftige weiterzugeben. Die dadurch freiwerdenden Mittel fließen in den Energienothilfefonds, der beim Diakonischen Werk Baden eingerichtet worden ist. Es wird mit rund zwei Millionen Euro gerechnet. Dabei handelt es sich um den Kirchensteueranteil, der auf den staatlichen 300 Euro-Bonus je Begünstigten anfällt.
Damit möglichst vielen Menschen geholfen werden kann, bittet die Diakonie Baden dringend um Spenden. Zwei Millionen Euro seien nur auf den ersten Blick viel. Zahlreichen Menschen drohten Stromsperren oder gar der Verlust der Wohnung. Um das zu vermeiden, appelliert die Diakonie Baden an die Spendenbereitschaft der Bevölkerung.
Hintergrund: Das am 27. Mai 2022 in Kraft getretene Steuerentlastungsgesetz sieht u.a. die sogenannte Energiepreispauschale vor. Sie beläuft sich auf 300 Euro und wird u.a. an Beschäftigte über die Arbeitgeber ausgezahlt. Die Energiepreispauschale ist sozialabgabenfrei, aber einkommensteuerpflichtig. Damit fällt auch Kirchensteuer an. Diese Einnahmen will die Evangelische Kirche in Baden nicht selbst nutzen, sondern mit dem Geld Bedürftige unterstützen.