Rückblick Ökumenischer Neujahrsempfang 14.01.2024

- 16.01.2024 - 

Starteten gemeinsam ins das neue Jahr (v.l.n.r.): Ortsvorsteher Ludwig Schäffner (Malschenberg), Bürgermeister Peter Seithel, Pfarrer Bernhard Pawelzik, Gemeindereferentin Bettina Hartnagel, Ortsvorsteherin Katrin Wagner (Rotenberg), Cornelia Geider-Starke (kath. Gemeindeteam Rotenberg), Dora Bender (kath. Gemeindeteam Malschenberg), Pfarrerin Sandra Alisch, Roswitha Schöttler (Pfarrgemeinderat), Steffen Rotsch (Ältestenkreis) und Pater John Antony Samy
Das war ein schönes Fest in Rauenberg, das mit einem ökumenischen Gottesdienst begann und einem Empfang im Ev.Gemeindehaus gefeiert wurde.
 
Wir hörten Gedanken über die Jahreslosung: "Alles was ihr tut, geschehe in Liebe"  (1.Kor.16,14) , die Liebe, das letzte Jahr, das noch ganz frische neue Jahr, die erschreckende Weltpolitik, das frohe Miteinanderaufbrechen, die traurigen Gefühle zum Gemeindehaus, die neuen Ideen. Vorgetragen von katholischen und evangelischen Menschen, die alle gemeinsam daran tüfteln, wie sie Gott unter die Leute bringen können. Gemeinsam sind wir Kreativ und lassen einfach nicht locker. Gott hat uns vielleicht aus der Vogelperspektive dabei zugeschaut und war mitten unter uns, in Gesprächen und Begegnungen. So kann es weitergehen!
 
 
 
Strukturprozesse werden die Kirchengemeinden prägen
Ökumenischer Gottesdienst und Neujahrsempfang der Pfarrgemeinden
 
von Benjamin Starke
Rauenberg. (BeSt) Traditionell beginnen die katholischen Pfarrgemeinden aus Rauenberg, Rotenberg und Malschenberg sowie die evangelische Paulusgemeinde gemeinsam das neue Jahr mir einem ökumenischen Gottesdienst und anschließendem Neujahrsempfang. Dem Gottesdienst im Dom des Angelbachtals, der unter der ökumenischen Jahreslosung „Alles was ihr tut geschehe in Liebe“ gefeiert wurde, standen Pfarrerin Sandra Alisch (evangelische Paulusgemeinde) und Gemeindereferentin Bettina Hartnagel (katholische Seelsorgeeinheit Letzenberg) vor. Eine Textkollage zu den verschiedenen Formen der Liebe aus dem ersten Brief des Apostel Paulus an die Christengemeinde in Korinth, die im Streit und vor der Spaltung zu stehen schien, bildete den inhaltlichen Mittelpunkt der Andacht.
 
Zum sich anschließenden Neujahrsempfang hieß Steffen Rotsch (evangelischer Ältestenkreis Rauenberg) im evangelischen Gemeindehaus - zu wohl eine der letzten Veranstaltungen dort - willkommen.
 
Bürgermeister Peter Seithel wollte „ehrlich und analytisch“ auf das vergangene Jahr zurückblicken, welches eine „konfuse globale Gesamtsituation“ ergeben hätte. 2023 sei ein Jahr gewesen, welches vieles verändert habe, weil es den Menschen vieles abverlangt habe, dies beschreibe das Wort des Jahres „Krisenmodus“ passend.
Aufgabe der Politik sei es in solch unsicheren Zeiten für Sicherheit zu sorgen, was allerdings nur bedingt gelungen sei, so der Rathaus-Chef. Die deutsche Demokratie sei wichtig, verteidigungswürdig und fuße auf der kommunalen Selbstverwaltung. Alle demokratischen Kräfte müssten nun die Sorgen der Menschen ernst nehmen, aber zugleich auch offen kommunizieren, was der Staat zu leisten vermag. Zugleich rief das Stadtoberhaupt auf sich an den Europa- und insbesondere den Kommunalwahlen am 9. Juni durch das aktive und passive Wahlrecht zu beteiligen.
Im Jahr 2024 investiere die Stadt Rauenberg in die Ganztagesbetreuung mit dem Neubau einer Mensa in Rauenberg und dem Neubau einer Kindertagesstätte mit Mensa in Malschenberg. Gemeinsam mit der katholischen Kirchengemeinde werde zudem der Kindergarten „Unterm Regenbogen“ in Rauenberg grundlegend saniert. Seithel zeigte sich dankbar über das anhaltend große bürgerliche Engagement in der Weinstadt, welches das Fundament für seine Zuversicht in der Gemeinschaft sei, woraus er das zu gestaltendes Jahr 2024 positiv ableite. Auch die Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen des Grundgesetzes und der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland würden auf ein gutes neues Jahr hoffen lassen.
 
Es tue gut seit 2011 mit einem Gottesdienst und dieser Veranstaltung gemeinsam das neue Jahr zu beginnen, zeigte sich Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Roswitha Schöttler überzeugt. Auch das neue Jahr stehe unter der Zusage Gottes, dass er immer da sei. 2023 sei in der katholischen Kirchengemeinde Letzenberg ein Jahr des Umbruchs gewesen. Nach fast einem Jahr im Krankenstand sei Pfarrer Dr. Thomas Stolle im März in den Ruhestand nach Karlsruhe gegangen und im Juli Pfarrer Joachim Viedt nach über elf Jahren verabschiedet worden. Seitdem leitet Pfarrer Wolfgang Pawelzik als Pfarradministrator von Wiesloch aus die Seelsorgeeinheit Letzenberg. Schöttler dankte allen, die im vergangenen Jahr des Umbruchs, den örtlichen Pfarrgemeinden ein Gesicht gegeben hätten.
Die Reduzierung des kirchlichen Immobilienbestandes, der Weg ins Genehmigungsverfahren zur Sanierung der Kirche in Mühlhausen und die Sanierung des Kindergartens „Unterm Regenbogen“ Rauenberg werden 2024 die Hauptaufgaben für die Kirchengemeinde sein. Wobei mit dem Umzug des Kindergartens ins katholische Pfarrzentrum eine teure Containerlösung erspart bleibe. Auch der Strukturprozess „Kirchenentwicklung 2030“ werde weiter voranschreiten und mit der Fusion von bisher vier selbstständigen Seelsorgeeinheiten zur neuen Großkirchengemeinde Wiesloch 2026 spürbare Realität werden. Zugleich sprach sie die Hoffnung aus, dass die katholische Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen immer sichtbarer werde.
 
„Ich habe gerne die Aufgabe als Pfarradministrator für die katholische Kirchengemeinde Letzenberg übernommen“, so Pfarrer Pawelzik, denn so viele ehrenamtlich Engagierte mit solch großem persönlichen Einsatz in den verschiedenen Gremien wie in dieser Kirchengemeinde habe er selten verspürt. Viele Aufgaben gelte es kirchlich und zivilgesellschaftlich anzugehen, wozu er allen Beteiligten die nötige Offenheit des Miteinanders wünschte. Mit dem Gorch-Fock-Zitat: „Ich weiß nicht, wohin Gott mich führt, aber ich weiß, dass er mich führt“, drückte er die Zuversicht über eine gute Zukunft aus.
 
Auch Steffen Rotsch, vom evangelischen Ältestenkreis, blickte auf den Strukturprozess, welcher in der evangelischen Landeskirche Baden angestoßen worden sei. Ziel sei es ein Drittel der Mitarbeiter, ein Drittel der Verwaltung und ein Drittel der Gebäude einzusparen. Hierzu zähle auch das erst 1993 eingeweihte evangelische Gemeindehaus in Rauenberg, welches durch die Landeskirche nicht mehr finanziert werde. Viele Gespräche und Verhandlungen mit verschiedenen Partnern hätten nicht dazu geführt, dass das Haus weiterhin durch die evangelische Gemeinde nutzbar sein werde, weshalb es nun zum Verkauf stehe. Gottesdienste und Gemeindegruppen werden - auch in ökumenischer Verbundenheit - in Rauenberg an anderen Orten Unterschlupf finden. „Nun haben wir die Möglichkeit den neuen Weg und neue Räume zu gestalten. Bringen sie sich ein!“, forderte Rotsch.
 
Musikalisch gestaltet wurde der Neujahrsempfang von Sabine Rotsch (Cello) und Tatjana Kontorovich (Piano). Die gesammelte Kollekte ermöglicht eine Spende in Höhe von 380 Euro zugunsten der ökumenischen Hospizhilfe Wiesloch.