Neujahrsempfang Rotenberg

Kirchen und Rathaus stellen Kompass auf Zukunft
Ökumenischer Gottesdienst und Neujahrsempfang der Pfarrgemeinden

v.l.n.r. Jason Fertig (am Klavier), Cornelia Geider-Starke (PGR Rotenberg), Roswitha Schöttler (PGR Rauenberg), Pater John
(Malsch), Pfarrerin Sandra Alisch (evangelische Paulusgemeinde), Richard Maier (PGR Malsch), Bürgermeister Peter Seithel, Ortsvorsteherin Katrin Wagner, Pater Jose (Rauenberg)
(BeSt) Erstmals nach der Corona-Pandemie luden die katholischen Pfarrgemeinden aus Rauenberg, Rotenberg und Malschenberg sowie die evangelische Paulusgemeinde zu einem ökumenischen Gottesdienst mit anschließendem Neujahrsempfang ein. Dem Gottesdienst in der St. Nikolauskirche, der unter dem Leitmotiv „die Zeit“ gefeiert wurde, standen Pfarrerin Sandra Alisch (evangelische Paulusgemeinde) und Gemeindereferentin Bettina Hartnagel (katholische Seelsorgeeinheit Letzenberg) vor.
Die bewegende Andacht wurde auch musikalisch im Zeichen der Ökumene begangen: Dietmar Schüßler an der Orgel und das evangelische Bläser-Quartett „SONArT“ rund um Kerstin Heineken musizierten im Wechsel und gemeinsam gekonnt in einer Fülle von Harmonie mit dem Gemeindegesang zu den Liedern „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“, „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, „Befiehl du deine Wege“ und „Komm, Herr, segne uns“, bevor die fünf Musiker am Ende in der Kirche zu einem kleinen Konzert einluden.
 
Zum sich anschließenden Neujahrsempfang hieß Cornelia Geider-Starke (Pfarrgemeinderat Rotenberg) unter dem Bonhoeffer-Leitmotiv „von guten Mächten wunderbar geborgen“ auf ein friedvolleres Jahr 2023 im benachbarten Pfarrzentrum „St. Michael“ willkommen.
 
Pfarrerin Sandra Alisch (evangelische Paulusgemeinde) zeigte sich in ihrer Ansprache dankbar für die gelebte Ökumene in den Gemeinden, die sich in Zeiten der Corona-Pandemie noch weiter vertieft habe. In ihrem Ausblick auf das bevorstehende Jahr legte sie den Fokus auf den ausgerufenen Transformationsprozess „Evangelische Kirche in Baden – EkiBa 2032 – Kirche. Zukunft. Gestalten“, der in Kürze größere Veränderungen bringen werde:
Die bisherigen Kirchengemeinden würden im Januar 2024 zu neuen pastoralen Regionen zusammengeführt werden, die Paulusgemeinde fände sich dann in einer Region von St. Leon-Rot über Wiesloch bis Baiertal und Balzfeld wieder. Mit der räumlichen Transformation und Regionalisierung gehe auch eine Reduktion einher, deren Zielwert die Reduktion von Personal und Gebäuden um 30 Prozent sei. Der Oberkirchenrat habe bereits mitgeteilt, dass er das evangelische Gemeindehaus in Rauenberg in Zukunft nicht mehr finanziell halten könne. Aus diesen Gründen komme die evangelische Gemeinde nächsten Sonntag, 22. Januar, nach dem Gottesdienst um 10.15 Uhr, im Paulushaus Malsch zu einer Gemeindeversammlung zusammen.
 
Dankbar für den stimmungsvollen Gottesdienst im Miteinander an diesem Morgen zeigte sich Bürgermeister Peter Seithel. Er habe die Hoffnung, dass die vergangene Weihnachtszeit der Fokussierung auf die Gemeinschaft und ein friedvolleres Miteinander gedient habe. Seit dem letzten Neujahrsempfang vor drei Jahren seien viele Projekte auch gemeinsam umgesetzt worden; beispielhaft nennt er die Errichtung der Gedenkstätte für Sternenkinder auf dem Rauenberger Friedhof, die Friedensgebete an der Letzenberg-Kapelle oder die Bilderausstellungen der kirchlichen Mitarbeiter im Rathaus. Nun gehe man die millionenschwere Sanierung des Kindergartens „Unterm Regenbogen“ gemeinsam mit der katholischen Kirchengemeinde an: „Damit zeigt der Rauenberger Kompass auf Zukunft“, so der Rathauschef.
 
Nach den Zeiten des Abstands und der Absonderung durch die Corona-Pandemie tue es gut wieder ökumenisch aus den verschiedenen Gemeinden zusammenzukommen, um auf das neue Jahr gemeinsam anzustoßen, so die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Roswitha Schöttler.
Die katholischen Gemeinden seien gerade mitten in einem Umbruch, so Schöttler. Das Erzbistum Freiburg führe aktuell den Reformprozess „Kirchenentwicklung 2030“ durch, was u.a. bedeute, dass die Kirchengemeinde Letzenberg zum Januar 2026 mit drei weiteren Seelsorgeeinheiten zu einer neuen Großkirchengemeinde fusioniere. Personell gäbe es aktuell in der Seelsorgeeinheit einen Umbruch: Pfarrer Dr. Stolle, der seit Mai erkrankt sei, werde zum 1. April 2023 zur Ruhe gesetzt; Pfarrer Viedt sei im vergangenen Oktober beurlaubt worden, um sich gesundheitlich zu generieren. Pater John, den Schöttler zum Empfang willkommen heißen konnte, bleibe wohl noch bis zum Sommer. Zudem stellte sie den Anwesenden den neuen indischen Vikar Pater Jose vor, der seit Anfang Januar in den Kirchengemeinden Wiesloch-Dielheim sowie Letzenberg das Pastoralteam unterstütze und im Rauenberger Pfarrhaus wohne.
Deutschlandweit gehe der synodale Weg zu Ende, wozu man 2023 die Ergebnisse erwarten dürfe. Nach der Sanierung des Kindergarten „St. Josef“ in Mühlhausen konzentriere sich die Kirchengemeinde nun auf die Großbauprojekte zur Sanierung des Kindergartens „Unterm Regenbogen“ Rauenberg, zur Installation einer Brandschutzanlage im Pfarrzentrum Rauenberg und zur Sanierung mit Neugestaltung der Pfarrkirche „St. Cäcilia“ Mühlhausen.
Abschließend sprach Roswitha Schöttler einen großen Dank an alle aus, die während des gesamten Jahres in verschiedensten Bereichen zur Lebendigkeit der Pfarrgemeinden beitragen würden. Für die Zukunft wünsche sie sich, dass die Christen mit deutlichen Schritten der Gesellschaft positiv zugewandt sichtbar werden und dabei erfüllt von der frohen Botschaft des Evangeliums das Notwendige tun.
Am Piano erfüllte Jason Fertig (aus Östringen) mit modernen Interpretationen musikalisch virtuos das Gemeindehaus und die Anwesenden; die Bewirtung lag in den Händen der Ministranten Rotenberg.