Ökumenischer Neujahresampfang am 13. Januar 2019

von links: Ludwig Schäffner, H.Pf. Viedt, Ursula Zachmann, Peter Seithel, Roswitha Schöttler, Conni Bender
(es fehlt: Pfarrerin S. Alisch)
 
 
 
 
Der 9. Ökumenische Neujahresempfang der katholischen Pfarrgemeinden Rauenberg, Rotenberg und Malschenberg sowie der evangelischen Paulusgemeinde wurde im Pfarrzentrum St. Wolfgang in Malschenberg begangen, zuvor hatten Pfarrerin Alisch und Pfarrer Viedt einen ökumenischen Gottesdienst in der darüberlegenden Kirche gefeiert.
In einer bitter kalten Kirche begrüßte Pfarrer Joachim Viedt, Leiter der katholischen Seelsorgeeinheit Letzenberg, die ökumenisch versammelte Gemeinde und griff das Leitwort der ökumenischen Bibel-Kommission für das Jahr 2019 auf: „Suche Frieden und jage ihm nach!“, welches zugleich zum Motiv des ökumenischen Gottesdienstes wurde.
Pfarrerin Sandra Alisch von der evangelischen Paulusgemeinde ging getreu dieser Jahreslosung in ihrer Ansprache den zunächst widersprüchlich erscheinenden Worten „Frieden“ und „jagen“ nach. Nach der bildhaften Darstellung der klirrend kalten friedlichen Jagd, der friedlichen Jagd nach Freiheit und Frieden 1989 in Leipzig und des friedlichen Miteinanders in dem oft von Hektik gejagten Religionsunterricht, resümierte sie, dass Frieden nicht bedeute, fehlerlos zu sein. Frieden heiße vielmehr um Entschuldigung zu bitten und damit immer wieder im Kleinen anzufangen. Dieser Frieden könne von jedem gestiftet werden und werde von jedem Einzelnen gebraucht, so Alisch.
Die fast 300 Euro umfassende Kollekte des ökumenischen Gottesdienstes fließt in das noch zu entstehende Erinnerungsmahl „Sternenkinder“ auf dem Rauenberger Friedhof

Beim anschließenden Empfang begrüßte Ortsvorsteher Ludwig Schäffner die anwesenden Gäste und wünschte für das neue Jahr 2019 Gesundheit, Zufriedenheit und eine gute Hand beim Lösen allerlei großen und kleinen Aufgaben.
Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Roswitha Schöttler zeigte sich erfreut, dass der ökumenische Neujahrsempfang bereits zum neunten Mal durchgeführt werde und sah in diesem ein starkes Zeichen der sichtbaren ökumenischen Verbundenheit der Rauenberger Kirchen. Sie dankte allen, die vor und hinter den Kulissen der einzelnen Gemeinden Verantwortung tragen und damit erst das große Miteinander ermöglichten.
Rückblickend sei es im Jahr 2018 besonders erfreulich gewesen, dass es in der Malschenberger Pfarrgemeinde gelungen sei, ein Gemeindeteam aufzustellen und mit Conni Bender auch wieder eine Vertreterin im Pfarrgemeinderat zu haben. Die Pfarrversammlungen im Frühjahr hätten mit der Präsentation der ersten Stufe des Gebäudekonzepts in den katholischen Gemeinden rund um den Letzenberg für massiven Sprengstoff gesorgt, so Schöttler. Im Jahr 2019 werde diese erste Stufe auf der Grundlage eines Finanzplans weiterentwickelt. Für 2019 sei ein ökumenisches Pfarrfest in Rauenberg geplant und die Vorbereitungen auf die Pfarrgemeinderatswahl im März 2020 stünden an.

Für die politische Gemeinde Rauenberg mit ihren Ortsteilen versicherte Bürgermeister Peter Seithel, dass sich das Jahr 2019 positiv entwickeln werde. Er dankte für die gute Zusammenarbeit zwischen den Kirchen und dem Rathaus, die viele Dinge auf schnellem Wege gemeinsam anstoßen würde. Der Gedenkstein für die Sternenkinder finde im Jahr 2019 eine planerische Lösung und könne anschließend schnell umgesetzt werden, so das Stadtoberhaupt, womit das Projekt dann endlich nach 15 Jahren der Diskussion abgeschlossen werden könne.
Als ein wunderbares Zeichen und einer gegenseitigen Stärkung im Glauben empfand die Vorsitzende des Ältestenkreises Ursula Zachmann den ökumenischen Neujahrsempfang. Mit dem Alpha-Glaubenskurs und dem Mehr-Generationen-Projekt „Kirche Kunterbunt“ gehe die evangelische Paulusgemeinde im neuen Jahr neue Wege. Im vergangenen Jahr 2018 hätten viele Aktionen zur Finanzierung des noch ausstehenden Glockenturms am Malscher Paulus-Haus stattgefunden. Sie sei zuversichtlich, die Planungen hierfür im Frühjahr abzuschließen und bei entsprechenden finanziellen Mitteln den Glockenturm noch bis zum Jahresende 2019 errichten zu können, so Frau Zachmann. Sie wies auf die bevorstehende Wahl des Ältestenkreises im Dezember 2019 hin.
Sie richtete auch einen Blick auf das Jahr 2020, in dem man „15 Jahre Charta Ökumenica“ feiern dürfe und bat um Anregungen, wie man dies angemessen begehen könne. In diesem Rahmen plane Gemeindereferentin Bettina Hartnagel eine ökumenische Israel-Reise.

Musikalisch wurde der Empfang von den Schwestern Theresia, Maria und Elisabeth (zunächst Gesang) und ihrer Mutter Agnes Jovic am Piano mit dem Stück „Heute ist uns Christus geboren“ von Heinrich Schütz umrahmt. Später brachte Theresia an der Violine begleitet von ihrer Mutter am Piano das „Präludium und allegro“ von Fritz Kreisler dar zur Freude der Gäste des Neujahrsempfangs.
Text: Benjamin Starke