„Möge der Fastenmonat, möge die Passions- und Osterzeit uns eine Zeit der Besinnung schenken“
- 27.02.2025 -
Die beiden Evangelischen Landeskirchen in Baden-Württemberg senden Gruß zu Ramadan
Stuttgart/Karlsruhe, (27.02.2025). „Die Kriege und Krisen in unserer Welt machen uns ebenso besorgt wie die fortschreitende Zerrissenheit unserer Gesellschaft. Es ist nötiger und wichtiger denn je, dass wir gemeinsam für die Werte des friedlichen und respektvollen Zusammenlebens eintreten“, schreiben Heike Springhart, Bischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden, und Ernst-Wilhelm Gohl, Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, in ihrem gemeinsamen Grußwort, das sie zum Beginn des Fastenmonats Ramadan an die Musliminnen und Muslime in Baden-Württemberg richten.
Quelle: EKIBA - eingebettet von www.ekiba.de
„Im Ramadan praktizieren Sie als Musliminnen und Muslime nicht allein eine großzügige Gastfreundschaft untereinander, sondern auch für Menschen aus anderen Religionen und Weltanschauungen. Ebenso ist es eine Zeit des Teilens und der Solidarität mit den Glaubensgeschwistern, die bedürftig oder in Not sind. Diese Haltung der Solidarität und der Gastfreundschaft über Grenzen hinweg möge sich ausbreiten und ein Vorbild für uns alle sein“, heißt es in dem Grußwort weiter.
Unsere Sehnsucht nach Gerechtigkeit und nach Frieden sei noch nicht erfüllt, vielmehr größer und drängender geworden. „Darum wiederholen wir unsere Worte: Wir suchen nach einem Frieden, der tragfähig ist, weil er nicht einseitig Partei ergreift, sondern alle, Juden, Muslime und Christen wie auch Menschen anderer Überzeugungen einschließt, sei es hier in Deutschland, in Israel und Palästina, und der weltweit Raum zum Leben und zur Entfaltung gibt. Möge der Fastenmonat, möge die Passions- und Osterzeit uns eine Zeit der Besinnung schenken, in der wir uns erinnern, dass wir aus Gottes Güte leben und darin unser aller Würde besteht.“
"Liebe Musliminnen und Muslime in Baden und Württemberg, sehr geehrte Damen und Herren,
zum Ramadan und zum Fest des Fastenbrechens grüßen wir, die Landesbischöfin der evangelischen Landeskirche in Baden und der Landesbischof der evangelischen Landeskirche in Württemberg, Sie sehr herzlich, persönlich und im Namen unserer Kirchen und ihrer Mitglieder.
Der 1. März, dieses Jahr der Beginn der Fastenzeit, steht für uns evangelischen Christinnen und Christen unter dem Bibelwort aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes. 49,9):
„Denkt an den Anfang, an das, was schon immer war: Ich bin Gott und keiner sonst, ich bin Gott und meinesgleichen gibt es nicht.“
Dieses Prophetenwort erinnert die Israeliten im Exil in Babylon daran, dass sie sich an dem barmherzigen Gott ausrichten sollen, nicht an anderen Mächten, die Verehrung verlangen. Der barmherzige Gott allein hat die Welt und die Menschen geschaffen; er hat das Volk Israel unter der Führung des Mose aus der Sklaverei in Ägypten herausgeführt und bewahrt. Er hat seine Gebote in der Wüste am Berg Sinai gegeben und immer wieder durch die Propheten gesprochen. Als Christinnen und Christen glauben und bekennen wir, dass Gott durch Jesus Christus allen Menschen seine Barmherzigkeit und Liebe offenbart hat und so auch alle Menschen aus allen Völkern in diese Sendung Gottes für die Menschen einlädt. Mit dieser biblischen Erinnerung, dass der barmherzige Gott am Anfang steht und unser Ende in seiner Hand hat, dass alle Menschen Gottes Geschöpfe sind und daher zu einer großen Menschheitsfamilie gehören, bekräftigen wir unsere Grüße an Sie alle jetzt zum Beginn des Fastenmonats.
Möge es eine Zeit der Besinnung, der Ermutigung und der Gastfreundschaft für die Moscheegemeinden in Baden und Württemberg, für alle muslimischen Gläubigen werden!
Fasten unterbricht den Alltag; Gebet und die Freude der Gastfreundschaft stehen im Mittelpunkt dieser Zeit: ein Geschenk zur Besinnung auf Gott und seine Gebote, eine Ermutigung zur Begegnung und zum Austausch über Grenzen der Religionszugehörigkeit hinweg, eine Chance, dem zerstörerischen Egoismus und dem Hass Zeichen der Verbundenheit und des Aufeinanderhörens entgegenzusetzen.
Die Kriege und Krisen in unserer Welt machen uns ebenso besorgt wie die fortschreitende Zerrissenheit unserer Gesellschaft. Es ist nötiger und wichtiger denn je, dass wir gemeinsam für die Werte des friedlichen und respektvollen Zusammenlebens eintreten.
Im Ramadan praktizieren Sie als Musliminnen und Muslime nicht allein eine großzügige Gastfreundschaft untereinander, sondern auch für Menschen aus anderen Religionen und Weltanschauungen. Ebenso ist es eine Zeit des Teilens und der Solidarität mit den Glaubensgeschwistern, die bedürftig oder in Not sind. Diese Haltung der Solidarität und der Gastfreundschaft über Grenzen hinweg möge sich ausbreiten und ein Vorbild für uns alle sein.
Unsere Sehnsucht nach Gerechtigkeit und nach Frieden ist noch nicht erfüllt, vielmehr größer und drängender geworden. Darum wiederholen wir unsere Worte: Wir suchen nach einem Frieden, der tragfähig ist, weil er nicht einseitig Partei ergreift, sondern alle, Juden, Muslime und Christen wie auch Menschen anderer Überzeugungen einschließt, sei es hier in Deutschland, in Israel und Palästina, und der weltweit Raum zum Leben und zur Entfaltung gibt.
Möge der Fastenmonat, möge die Passions- und Osterzeit uns eine Zeit der Besinnung schenken, in der wir uns erinnern, dass wir aus Gottes Güte leben und darin unser aller Würde besteht.
Wir freuen uns auf weitere Begegnungen und den Austausch mit Ihnen!"