„Nichts ist in Stein gemeißelt“
- 23.10.2023 -
Herbsttagung der badischen Landessynode hat begonnen
Karlsruhe/Bad Herrenalb, (23.10.2023). Während ihrer ersten Plenarsitzung der Herbsttagung in Bad Herrenalb hat sich die Landessynode am Montag, 23. Oktober, mit dem Doppelhaushalt 2024/25 beschäftigt. Die EKD-Präses Anna-Nicole Heinrich hielt einen Vortrag zum Thema: „Auf- und Umbruch als neue Normalität?“ Auf der Tagesordnung stehen in den kommenden Tagen außerdem diverse Entscheidungen und Klärungen rund um den landeskirchlichen Transformationsprozess ekiba2032.
Eingestimmt in ihre Beratungen wurden die 72 Delegierten am Montagmorgen durch einen Vortrag der Präses der EKD-Synode Anna-Nicole Heinrich über „Auf- und Umbruch als neue Normalität“.
Nachdem inzwischen in allen Landeskirchen Reformen und Veränderungsprozesse in Gang gesetzt worden seien, gehe es jetzt darum, an die Lösung und Umsetzung zu gehen. „Jetzt laufen wir los. Stehen bleiben ist keine Option mehr.“
Es sei klar, dass die „Kirche der Zukunft“ nicht mehr alles tun und anbieten, sich nicht für alles zuständig fühlen könne. „Ressourcensteuerung heißt, dass wir uns als kirchenleitende Gremien nicht nur für bestimmte Dinge, Themen und Initiativen entscheiden können, sondern gleichzeitig gegen andere entscheiden müssen.“ Sie plädierte für mehr Zusammenarbeit zwischen den Landeskirchen, um Doppel- und Parallelstrukturen abzubauen und Ressourcen so effizient wie möglich einzusetzen.
Nachdem bereits in der Frühjahrstagung die Eckdaten für den Doppelhaushalt 2024/25 diskutiert wurden, führte Oberkirchenrat Martin Wollinsky in seiner Haushaltsrede vor der Landessynode in einige Punkte ein, welche voraussichtlich die Diskussion in den kommenden Tagen der Synode beschäftigen werde: „Die tatsächliche Kirchensteuer in 2023 liegt spürbar unter den ursprünglichen Schätzungen“, stellte Wollinsky fest. Mit rund 10 Millionen Euro weniger pro Jahr werde sich das bereits in diesem, aber auch in den Folgejahren auswirken. Um insbesondere Inflationen und Personalkostensteigerungen zu kompensieren, sei im Doppelhaushalt nun eine Erhöhung der Zuweisung an die Kirchengemeinden geplant. Auch sei vorgesehen, insgesamt 1,2 Millionen Euro pro Jahr für die Realisierung von Innovationen bereitzustellen. Hierbei gehe es vor allem darum, neue Formen zu fördern, die Botschaft des Evangeliums zu vermitteln.
Wollinsky betonte auch die Bemühungen, die Transparenz über die Verwendung der Kirchensteuermitteln weiter zu erhöhen, beispielsweise mittels der Website www.kirchensteuer-wirkt.de und anderen Formen der Öffentlichkeitsarbeit. Auch werde für den nächsten Doppelhaushalt an einer Priorisierung der kirchlichen Aufgabengebiete weitergearbeitet. „Es geht bei allen organisatorischen und strukturellen Veränderungen vor allem um eine permanente inhaltliche Erneuerung“, betonte der Oberkirchenrat.
„In den kommenden Tagen beschäftigen wir uns nun mit dem Doppelhaushalt 24/25 und mit Eingaben und Vorlagen, die sich um die Veränderungen in den Strukturen und bei den Gebäuden drehen“, erläutert Synodalpräsident Axel Wermke. „Auch der Ressourcensteuerungsprozess und die Frage nach den Prioritäten steht auf der Agenda.“ Der Vortrag von Präses Anna-Nicole Heinrich habe ihn darin bestärkt, dass „wir uns bewegen müssen. Wir können nicht einfach so weiterarbeiten wie bisher, dafür haben wir nicht das Geld und das Personal.“
Veränderung sei jedoch in der evangelischen Kirche nichts Neues, unterstreicht er im Hinblick auf den Vortrag der Präses. „Nichts ist bei uns in Stein gemeißelt, außer die Zehn Gebote.“
In einem Friedensgebet gedachte die Landessynode während ihrer Plenarsitzung außerdem dem Terror und der eskalierenden Gewalt im Nahen Osten. „Wir geben die Hoffnung auf Frieden und ein Leben in Sicherheit für alle im Nahen Osten nicht auf. Deswegen werden wir auch künftig mit allen im Gespräch bleiben, die an einem Miteinander in Frieden und an gerechten Beziehungen arbeiten“, so Landesbischöfin Heike Springhart in ihrer Hinführung zum Gebet.
Dem öffentlichen Teil der ersten Plenarsitzung am heutigen Montag schließen sich bis Mittwochnachmittag (25.10.) die nichtöffentlichen Beratungen in den vier Ausschüssen an. Von Mittwochabend bis Donnerstagnachmittag (26.10.) wird die Synode dann wieder im Plenum beraten.
Auch eine historische Einzelfallstudie zum Thema sexualisierte Gewalt war Gegenstand der Plenarsitzung. Hierzu erhalten Sie eine gesonderte Pressemeldung.
Unter www.ekiba.de/landessynode/herbsttagung2023. finden Sie weitere Informationen zur Herbsttagung der Landessynode.


