Unterstützung für traumatisierte Frauen
- 11.11.2022 -
Gratia-Stiftung stellt Projekte vor, die im kommenden Jahr unterstützt werden, und verleiht Marie-von-Marschall-Preis
Karlsruhe, (11.11.2022). Am Freitag, 11. November, wurde im Rahmen des GRATIA-Stiftungsfestes der Marie-von-Marschall-Preis an zwei Frauen verliehen, die sich seit vielen Jahren für den Weltgebetstag engagieren. Außerdem wurden die vier Projekte vorgestellt, die mit insgesamt 13.900 Euro durch die Stiftung im kommenden Jahr unterstützt werden.
Die GRATIA-Stiftung vergibt im Zweijahresturnus den Marie-von-Marschall-Preis für zukunftsweisende Projekte von Frauen, die spirituelles und gesellschaftliches Engagement in besonderer Weise verbinden.
In diesem Jahr ging der Preis an Dorothea Schaupp und Renate Heuck. „Die Preisträgerinnen werden für ihr langjähriges Engagement bei der Vorbereitung und Gestaltung des Weltgebetstags der Frauen geehrt“, so Bundesrichterin Ilse Lohmann, welche die Laudatio hielt. „Der Weltgebetstag der Frauen wird in über 150 Ländern und Regionen in unzähligen Gemeinden verschiedener Konfessionen gefeiert. Er stellt damit das weltweit größte ökumenische Ereignis dar. Viele Jahre lang haben die Preisträgerinnen hieran mitgearbeitet.“
Der Weltgebetstag (WGT) setzt sich mit globalen Themen wie z. B. Gerechtigkeit, Ökologie, Menschenrechte und Migration auseinander. Das Engagement von Dorothea Schaupp und Renate Heuck für den WGT habe über viele Jahrzehnte hinweg auf Gemeinde-, Bezirks- und Landesebene diese Arbeit positiv weitergetragen und nachhaltig beeinflusst. Sie verwirklichten in ihrer Arbeit das Motto des Weltgebetstags „Informiert beten – betend handeln“, so die Begründung der Jury.
Die GRATIA-Stiftung hat im laufenden Jahr neben den sechs Projekten, die durch Stiftungsgelder unterstützt wurden, eine Hilfsaktion für geflüchtete Frauen und Mädchen aus der Ukraine und aus anderen Herkunftsländern als zusätzliche Förderung ins Leben gerufen und Mittel zur Verfügung gestellt, um bis zu 70 Hilfsaktionen innerhalb der badischen Landeskirche zu unterstützen, von Begegnungscafés über Sprachkurse, Ausflüge, spirituelle Auszeiten bis zu Aufklärungs- und Präventionsarbeit.
Im Jahr 2023 wird GRATIA unter anderem das Nadia-Murad-Zentrum in Lörrach unterstützen, das traumatisierte Menschen mit Migrationshintergrund berät und behandelt. Für Frauen werden dort verschiedene Therapie- und Stabilisierungsgruppen angeboten. Außerdem unterstützt die Stiftung das Projekt „Endlich eigene Brötchen backen!“ von Amica e.V. – ein Patisserie-Lehrgang für Frauen in Libyen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Auch Frauenzimmer e.V. Freiburg wird im kommenden Jahr durch Mittel der Gratia-Stiftung gefördert. Der Freiburger Verein setzt sich ein für Frauen, die unter den Folgen traumatisierender Erlebnisse leiden. Ebenso wird „Schwere(s)los Freiburg“ 2023 unterstützt: „Töpfern, Speckstein und Upcycling“ im FreiRaum für Frauen in Wohnungsnot sowie „Hände, Herz und Hirn“ für Frauen mit Gewalterfahrung.
GRATIA wurde 2006 als Stiftung der Evangelischen Frauen in Baden gegründet und fördert Initiativen für Frauen und Mädchen im Gebiet der badischen Landeskirche und deren weltweiter Partnerkirchen. Alle zwei Jahre wird der Marie-von-Marschall-Preis verliehen.
Seit ihrer Gründung hat GRATIA in Baden hunderte Frauen unterstützt, die arbeitslos, obdachlos oder Opfer sexualisierter Gewalt sind. Ebenso wurden Frauen mit Suchtproblemen, Frauen mit einer körperlichen Behinderung sowie in der Sexarbeit tätige Frauen unterstützt. Insgesamt sind über 20 nationale und internationale Hilfsprojekte in Zusammenarbeit mit GRATIA entwickelt und umgesetzt worden. Aktuell (2022) werden sechs Projekte gefördert.
Infos unter www.evangelische-frauen-baden.de

