Karlsruhe, (16.10.2021). Am 6. Oktober ist Dr. Hans Pfisterer, Prälat i.R., gestorben.
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Hans Pfisterer studierte in Heidelberg sowie in Wien und Zürich evangelische Theologie. Mit seiner Dissertation zu einem der ersten Prälaten der Landeskirche „Carl Ullmann (1796–1865), sein Weg zur Vermittlungstheologie“ wurde er promoviert. Nach seinem Vikariat in Offenburg und Friedrichstal erfolgte die Ordination 1977. Voller Wärme schreibt er über diese Zeit: "Friedrichstal: eine große und lebendige Gemeinde hugenottischen Ursprungs, von den Wirkungen der Henhöferschen Erweckung auf der Hardt geprägt: Es war eine Gemeinde, die für ihren Pfarrer in hohem Maße eingestanden ist, ihn aber auch in hohem Maße gefordert hat. Tief hat sich diese Zeit in mein Gedächtnis eingegraben, viel bleibend Schönes und Gutes".
Als er 1985 als hauptamtlicher Religionslehrer und Schuldekan nach Lörrach wechselte, erlebte er zunächst den Verlust der Kirchengemeinde, aber „eine neue Gemeinde erschloss sich mir: die Lehrerinnen und Lehrer, die Rektorinnen und Rektoren, die Oberschülerinnen und Oberschüler“.
In diese Zeit fiel ein Projekt, das Hans Pfisterer verantwortlich vorantrieb: „neu anfangen“, das versuchte, mit den kritisch-distanzierten Mitglieder der Landeskirche ins Gespräch zu kommen. 1991 wurde er zum Dekan des Kirchenbezirks Lörrach mit der Dekansgemeinde Tüllingen gewählt. In diese Zeit fielen wesentliche Umbrüche: In der Tagungsstätte Beuggen (Rheinfelden) wurde die Erwachsenenbildung der drei Kirchenbezirke Schopfheim, Lörrach und Hochrhein konzentriert. Die Schuldekanate Lörrach und Schopfheim wurden miteinander verbunden. Die diakonischen Werke des Kirchenbezirks Lörrach bündelten ihre Kräfte im „Haus der Diakonie“. Die regionale Zusammenarbeit wurde über die Grenzen hinaus gestärkt. Gleichzeitig mussten in dieser Zeit aber auch Pfarrstellen im Kirchenbezirk eingespart werden, was nicht ohne Spannungen vor sich ging. 1997 stellte er sich als Kandidat für die Bischofswahl zur Verfügung, unterlag jedoch Ulrich Fischer. 2000 wechselte Hans Pfisterer als Dozent für Homiletik ans Peterstift nach Heidelberg und nahm wieder eine halbe Stelle als Pfarrer in Heidelberg-Schlierbach an - eine anspruchsvolle Tätigkeit, die ihn ganz in Anspruch nahm.
2006 wurde Hans Pfisterer zum Prälaten des Kirchenkreises Südbaden berufen. In dieser Zeit beriet er die Pfarrerinnen und Pfarrer sowie andere haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren beruflichen und persönlichen Anliegen und Nöten und förderte die Verbindung zwischen der Kirchenleitung und den Gemeinden sowie die Zusammenarbeit und Zusammengehörigkeit über die Prälatur hinaus. Wer ihn kennenlernen durfte, erlebte einen warnherzigen, freundlich zugewandten und klugen Vertreter der Landeskirche, der stets mit Augenmaß und Sachlichkeit zu reden und handeln verstand. 2011 wurde Prälat Dr. Hans Pfisterer in den Ruhestand versetzt. In einem Dankesbrief schreibt er: „Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf den Weg in meiner Kirche zurück. Ich habe auf verschiedenen Ebenen an vielen Orten einen wunderbaren Beruf ausüben dürfen, der es mir möglich machte, meiner Berufung zu leben“.