Rettungskette für Menschenrechte
Am 18. September ein Zeichen setzen
Karlsruhe, (13.09.2021). Am 18. September um 12 Uhr wird eine Menschenkette von der Nordsee bis zum Mittelmeer ein sichtbares Zeichen gegen das Sterben im Mittelmeer setzen. Auch die evangelische Kirche beteiligt sich an mehreren Orten an den Aktionen, die in Baden geplant sind.
„Als Kirche müssen wir uns um der Menschenrechte willen einmischen; für uns Christen und Christinnen gehört die Achtung der Menschenwürde und die Nächstenliebe zum praktischen Kern unseres Glaubens“, betont Pfarrerin Dr. Elisabeth Hartlieb, landeskirchliche Beauftragte für die Seelsorge an Flüchtlingen. „Dass die EU zuschaut, wie an den Grenzen Europas seit 2014 über 20.000 Menschen ertrinken, ist skandalös“ sagt Jürgen Blechinger, Jurist und Referent für Flucht und Migration der Evangelischen Landeskirche in Baden. „Es ist höchste Zeit, ein europäisches Seenotrettungsprogramm zu schaffen und diese humanitäre Verpflichtung nicht der Zivilgesellschaft und der Kirche allein zu überlassen, geschweige denn, sie daran zu hindern oder gar zu kriminalisieren“. Nötig sei die Schaffung sicherer und legaler Fluchtwege nach Europa, gerade angesichts der Situation in Afghanistan, dem Iran, Syrien, dem Irak, aber auch anderer Kriegs- und Krisengebiete. Die Praxis illegaler Push-Backs an den Außengrenzen der EU - sei es in libysche Folterlager oder in extrem unsichere Staaten wie die Türkei - müsse gestoppt werden, so Blechinger. Stattdessen gilt es, sich stark zu machen für das Menschenrecht auf effektiven Zugang zu einem rechtsstaatlichen Asylverfahren in der EU, für einen fairen Verteilschlüssel innerhalb der EU und humanitäre Aufnahmestandards, die eine Integration der Menschen in Europa befördern.
Die Menschenkette am Samstag, 18. September, steht für solidarische Städte, die sich zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit erklärt haben, für sichere Häfen und eine humane Flüchtlingspolitik. Mehr als 200 Organisationen aus unterschiedlichsten zivilgesellschaftlichen und politischen Bereichen unterstützen die Rettungskette für Menschenrechte. Sie soll von Hamburg aus starten und über zahlreiche deutsche Städte verlaufen – darunter beispielsweise auch Heidelberg und Karlsruhe. Weiter läuft sie nach Österreich und über Italien bis ans Mittelmeer. Ziel ist es, ein starkes Signal an die europäische Politik zu senden und dort an die Verantwortung für Menschenrechte zu erinnern.
Sowohl die Evangelische Landeskirche in Baden, die Evangelischen Frauen in Baden als auch weitere kirchliche Akteure und Kirchengemeinden werden sich an dieser Menschenkette beteiligen. Innerhalb der badischen Landeskirche gibt es in Mannheim, Edingen Neckarhausen, Heidelberg, Sandhausen, Karlsruhe und Reilingen Menschenketten mit kirchlicher Beteiligung.
In Karlsruhe beispielsweise wird die Menschenkette von der Moltkestraße über das Schloss bis zur Edelsheimstraße quer durch die Stadt verlaufen. Die Aufstellung zur Menschenkette beginnt – unter Einhaltung der gegebenen Coronaregelungen - um 11:30 Uhr an verschiedenen Sammelstationen. Die Menschenkette soll dann ab 12 Uhr – begleitet von verschiedenen musikalischen Darbietungen - für eine halbe Stunde lang verbunden sein. (www.evangelische-frauen-baden.de)
Informationen zu allen Stationen der Menschenkette finden Sie unter www.rettungskette.eu.


