ÖRK-Zentralausschuss beendet 65. Tagung im Hybridformat, die meisten Angelegenheiten wurden online erledigt

Genf, (01.07.2021). Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hat die 65. Tagung seines Zentralausschusses am 29. Juni in Genf erfolgreich abgeschlossen. Die diesjährige Tagung fand erstmals in einem Hybridformat statt, was bedeutet, dass viele Angelegenheiten in Online-Sitzungen erledigt wurden. Die Vorsitzende des Zentralausschusses, Dr. Agnes Abuom, konnte am Ende verkünden: „Wir haben uns im Wesentlichen auf ein Programm für die 11. Vollversammlung geeinigt.“

S. E. Metropolit Gennadios von Sassima, stellvertretender Vorsitzender des ÖRK-Zentralausschusses und Vorsitzender des Planungsausschusses für die Vollversammlung, Dr. Agnes Abuom, Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses, und Priester Prof. Dr. Ioan Sauca, geschäftsführender ÖRK-Generalsekretär, während der Abschlusspressekonferenz in der Hauptverwaltung des ÖRK in Genf am 29. Juni.

Quelle: Ivars Kupcis/ÖRK - eingebettet von www.ekiba.de

30. Juni 2021

Im Rahmen einer Online-Pressekonferenz, an der Medienschaffende aus aller Welt teilgenommen haben, sagte Abuom: „Nachdem wir vielfach zusammengekommen sind, um zusammen nachzudenken, zu beten und uns zu besprechen, konnten wir uns mit den Zentralausschussmitgliedern darauf einigen, online zu tagen.“
 
„Wir haben uns die Stimmen von Kirchen, Menschen und Völkern aus aller Welt angehört“, berichtete sie.
 
Jede in der Gemeinschaft von Kirchen vertretene Weltregion habe die Gelegenheit gehabt, zu erörtern, „wie die Kirche mit der aktuellen Situation zurechtkommt, sich an die neuen Gegebenheiten anpasst und damit ihre Resilienz unter Beweis stellt“ und ihre bewegenden Berichte darüber mit dem Zentralausschuss zu teilen.
 
Aufgrund der COVID-19-Pandemie musste die anstehende Vollversammlung des ÖRK in Karlsruhe, Deutschland, auf nächstes Jahr verschoben werden und die für letztes Jahr geplante Tagung des Zentralausschusses, des höchsten Leitungsgremiums des ÖRK zwischen zwei Vollversammlungen, abgesagt werden.

Schwerpunkt Vollversammlung

Metropolit Gennadios von Sassima, ein stellvertretender Vorsitzender des ÖRK-Zentralausschusses und Vorsitzender des Planungsausschusses für die Vollversammlung, berichtete den Medienschaffenden, dass ein Schwerpunkt der Tagesordnung für die erste Online-Tagung des Zentralausschusses in seiner Geschichte die Angelegenheiten rund um die Vollversammlung gewesen seien.
 
Er erklärte in der Fragerunde, dass die Präsenz und Teilhabe junger Erwachsener „dank intensiver Bemühungen [...] in den letzten Jahren deutlich verbessert werden konnte“ und dass „die jungen Erwachsenen Teil unserer ökumenischen Familie der Zukunft“ seien.
 
Bischöfin Mary Ann Swenson, ebenfalls stellvertretende Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses, sprach aus Kalifornien mit den Medienschaffenden.
 
Sie erläuterte, die Weltregionen, die dem Zentralausschuss Bericht erstattet hätten, seien Asien, Afrika, Europa, die Karibik, Lateinamerika, der Nahe Osten, Nordamerika und die Pazifikregion.
 
„Die verschiedenen Regionen haben uns über Thematiken aus den Bereichen Umwelt- und Klimagerechtigkeit und über ihre großen Sorgen beim Thema Rassismus berichtet“, sagte sie.
 
„Wir haben erfahren, was sie in Vorbereitung auf die Vollversammlung im Bereich Versöhnung und Einheit tun [...] Und was in den verschiedenen Weltregionen im Rahmen des Pilgerwegs der Gerechtigkeit und des Friedens geleistet wird.“
 
Swenson berichtete außerdem, dass dem Zentralausschuss Grußworte von S. S. Johannes X., Patriarch der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien und dem gesamten Morgenland, und von S. H. Karekin II, dem Katholikos der Armenischen Apostolischen Kirche, zugegangen seien.

„Keine Sicherheit“

Anschließend war Bischöfin Petra Bosse-Huber von der Evangelischen Kirche in Deutschland, ein Mitglied im Zentralausschuss, an der Reihe. Sie warnte, dass derzeit niemand wisse, wie sich die Lage im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie entwickeln würde.
 
„Wir stehen daher in engem Kontakt mit den Behörden und allen Partnern hier in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Wir beobachten die Lage in der Region und weltweit ganz genau“, sagte Bosse-Huber.
 
Weiterhin berichtete sie, dass sich in den Vorbereitungen zeige, dass säkulare Institutionen, Kultureinrichtungen und die Politik großes Interesse an der Vollversammlung haben.
 
„Sie verstehen, dass die Kirchen und Religionsgemeinschaften wichtige Multiplikatorinnen und Triebfedern für gesellschaftliche Entwicklungen sind. Ich hoffe, dass die Vollversammlung einen Weckruf in die Welt aussenden wird, insbesondere in Situationen, in denen der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Verbundenheit der Menschen durch die Corona-Pandemie auf die Probe gestellt werden.“
 
Priester Prof. Dr. Ioan Sauca, der geschäftsführende ÖRK-Generalsekretär, erklärte, der Zentralausschuss handele nicht nur als eine Gemeinschaft und als kirchliche Organisation, die sich mit Themen beschäftigt, die in der Welt von Bedeutung sind, sondern die aus dem Blickwinkel des Evangeliums „und aus dem Blickwinkel unseres Glaubens“ heraus agiere.

Tägliche Andachten

„Zu Beginn und zum Abschluss eines jeden Tages hat eine Andacht stattgefunden. Und mitunter wurde auch während Präsentationen der Antrag gestellt, innezuhalten und zu beten“, berichtete Sauca.
 
So zum Beispiel als über Kinder berichtet wurde, die getötet wurden, oder als es um die Entdeckung der Massengräber an den von Kirchen betriebenen Internaten in Kanada ging, oder als der Antrag gestellt wurde, für die Situation und die Menschen im Nahen Osten zu beten.
 
„Wir haben also viel Gebet und Spiritualität erlebt“, berichtete Bosse-Huber und fügte hinzu, dass sie die Hoffnung habe, dass die Vollversammlung sich Menschen zuwenden und sie stärken würde, „die erleben und erfahren, dass die Gemeinschaft von Christinnen und Christen bunt und lebendig und wirklich interessant ist“.
 
In Deutschland und vielen Teilen Westeuropas würden manche Menschen glauben, „dass Christinnen und Christen und die Kirchen in die Vergangenheit gehörten“.
 
„Ich hoffe aber, dass die Menschen in der Region und ganz Deutschland ermutigt werden, wenn sie sehen, dass die Bewegung jung und wirklich lebendig ist [...] das hilft uns dabei, zu glauben und uns für eine bessere Welt einzusetzen.“
 
Quelle: Ökumenischer Rat der Kirchen, www.oikoumene.org
 

 
 
Lesen Sie hier eine Meldung zum Werbevideo der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Karlsruhe (auf Englisch): https://www.oikoumene.org/news/welcome-to-karlsruhe-video-sets-the-scene-for-wcc-11th-assembly
 
Direktlink zum Video auf YouTube: https://youtu.be/p91Zu2CGw44