Hilfe in Indien dringend ausbauen

Diakonie Katastrophenhilfe ruft zu Spenden auf

Berlin/Karlsruhe, (05.05.2021). Während die ersten internationalen Hilfslieferungen Indien erreichen, stockt auch die Diakonie Katastrophenhilfe ihre Hilfe in dem schwer von der Corona-Pandemie betroffenen Land weiter auf. „Die Berichte, die uns aus indischen Krankenhäusern erreichen, sind erschütternd“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Die Weltgemeinschaft muss nun gemeinsam alle Kraft aufbringen, um zehntausende Tote in Indien zu verhindern. Wir werden unseren Beitrag leisten und rufen dringend zu Spenden für unsere Corona-Hilfe auf.“

Quelle: Diakonie Katastrophenhilfe - eingebettet von www.ekiba.de

Dabei geht es nicht nur um medizinische Hilfe. Die indische Regierung hat angekündigt, wieder harte Ausgangsbeschränkungen erlassen zu wollen. Daher müssen besonders Wanderarbeiter und Menschen, die in anderen informellen Berufen arbeiten, unterstützt werden. „Die angekündigten – und absolut verständlichen – Ausgangsbeschränkungen führen dazu, dass die Menschen in akute Not fallen. Wir müssen ihnen mit Sofortmaßnahmen zur Seite stehen“, so Pruin. Die Diakonie Katastrophenhilfe ist seit vielen Jahren in Indien aktiv und hat die Hilfe seit Beginn der Pandemie im März 2020 auf Corona-Hilfen fokussiert. Über seinen lokalen Partner verteilt das Hilfswerk etwa Mahlzeiten, aber auch Gesichtsmasken und Hygiene-Artikel.

Nun steht das Gesundheitssystem des Landes angesichts der zweiten Covid-Welle vor dem Kollaps. Viele europäische Länder – darunter Deutschland – haben erklärt, Sauerstoffkonzentratoren und Beatmungsgeräte zu schicken. „Wir begrüßen, dass sich viele Länder solidarisch mit Indien zeigen, doch medizinisches Gerät allein reicht nicht“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Wir dürfen auch die Präventionsmaßnahmen nicht aus dem Blick verlieren. Gerade die Ärmsten der Gesellschaft müssen dringend vor einer Infektion geschützt werden.“ Millionen Menschen in Indien leben in Slums und haben keinen geregelten Zugang zum staatlichen Gesundheitssystem.

Die Diakonie Katastrophenhilfe steht in ständigem Kontakt mit ihrer indischen Partnerorganisation CASA - einem großen, kirchlichen Hilfswerk. Auch die Mitarbeitenden werden von der Welle an Infektionen schwer getroffen. „Unser Partner berichtet, dass sich die Situation von Tag zu Tag weiter zuspitzt“, sagt Keßler. „Leider haben wir auch die Nachricht erhalten, dass einige Kollegen unseres Partners vor Ort an COVID-19 erkrankt sind.“

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin,
Evangelische Bank,
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Corona-Hilfe weltweit
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/
 
Quelle: Diakonie Katastrophenhilfe
 

 
Lesen Sie hier auch einen Bericht über die Corona-Situation in unserer Partnerkirche CSI:

Corona-Situation in unserer Partnerkirche CSI

Aus Indien erreichen uns seit Tagen Nachrichten von Inzidenzzahlen von über 300.000 täglich. Erschreckend ist vor allem, dass die neue Corona-Mutante auch Menschen infiziert, die bereits zweimal geimpft worden sind. Unser ökumenischer Mitarbeiter, Pfarrer Dr. John Samuel Raj, hat diesen sehr persönlichen Bericht mit uns geteilt:
 
„Ich habe nahe Verwandte, die am Christian Medical College Vellore arbeiten, das mit Corona-Patienten überfüllt ist. Vorgestern wurde ein Familienmitglied positiv auf Corona getestet. Im Moment ist sie zu Hause. Übrigens erhielt sie beide Impfstoffdosen vor mehr als sechs Wochen als Schutz gegen das Virus.
 
In Indien sind die meisten Krankenhäuser überfüllt. Man sieht Warteschlangen vor Krematorien. Friedhöfe sind voll und Leichen werden aufgestapelt und in offenen Räumen verbrannt. In den letzten Wochen starben mehr als zehn meiner ehemaligen Studenten an Corona. Einige von ihnen arbeiteten in Nordindien und an den theologischen Colleges.
 
Die Zentralregierung in Delhi versucht, die Verantwortung für die Pandemie an die Regierungen der Bundesstaaten weiterzugeben, als ob diese daran schuld wären. Überall herrscht Impfstoffmangel. Wenn ein Krankenhaus voll ist, verkauft die Regierung in Tamilnadu den Patienten ein Set mit allopathischen und ayurvedischen Produkten zum Preis von 3500 Rupien, was in Indien eine Menge Geld ist. Niemand weiß, inwieweit diese Produkte den Heilungsprozess unterstützen. Private Akteure dominieren die Szene, um Impfstoffe nach ihren Wünschen zu bewerten und zu verkaufen. Die Oppositionsparteien haben ihre Proteste gegen diese Ungerechtigkeit geäußert, aber sie wurden mundtot gemacht.“
 
Auch vom United Theological College, das mit unserer Landeskirche partnerschaftlich verbunden ist, erreichen uns auch traurige Nachrichten. Zwar findet der Unterricht schon lange online statt, viele Studierende leben aber (z.T. mit Familien) auf dem Campus. Zuletzt waren es noch 200 von denen zur Zeit 40 erkrankt sind. Alle, die irgendwo ein anderes zu Hause haben und alle Dozierenden müssen den Campus jetzt für 2 Monate verlassen, die Bibliothek schließt, Prüfungen müssen verschoben werden, weil zu viele Prüflinge krank sind. Natürlich gilt an alle der Aufruf sich umgehend impfen zu lassen, aber im Augenblick gibt es keinen Impfstoff bei den für das UTC zuständigen Stellen. „Bitte betet für die Hochschule und seine Studierenden und Mitarbeitenden.“ schreibt Dr. Gudrun Löwner, Dozentin am UTC.

Diese Bitte geben wir weiter: Die Geschwister in Indien brauchen unser Gebet.
 
Auch sie profitiert von den Kollekten und Spenden zugunsten der Corona-Hilfe in unseren Partnerkirchen, zu der wir weiterhin aufrufen.
 
Außerdem weisen wir auf den Spendenaufruf der Diakonie Katastrophenhilfe hin, die mit viel Erfahrung für solche Krisen und Katastrophen und Partnern in Indien hilft.

Michael Starck
 

 
Weitere Informationen zu unseren Partnerkirchen in der Corona-Krise finden Sie hier: Gemeinsam gegen Covid-19. Solidarität mit unseren Partnerkirchen inmitten der Corona-Krise