Tagung der neuen Landessynode digital eröffnet – „Bericht zur Lage“ des Landesbischofs
Karlsruhe, (20.04.2020). Mit einem Gottesdienst ist die konstituierende Tagung der Landesynode am heutigen Dienstag (20.4.) in digitaler Form eröffnet worden. Etwa 60 Prozent der 73 Synodalen sind dabei neu, unter ihnen erstmals vier Jugendsynodale. „Wir wollen, dass die jungen Menschen ihre Erfahrungen, Sorgen und Nöte aus ihrer Lebensphase in die Arbeit der Landessynode einbringen", erklärte Synodalpräsident Axel Wermke. In seinem „Bericht zur Lage“ rief Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh die Kirchengemeinden dazu auf, aus dem Glauben heraus vor Ort „Verantwortung für das Gemeinwohl“ auszuüben.
Die nun begonnene Legislaturperiode stelle die Landessynode vor große Herausforderungen und wichtige Entscheidungen, erklärte der Synodalpräsident. So müsse sich die Landeskirche auf zurückgehende Mitgliederzahlen und geringere Einnahmen einstellen. „Die Zeiten für unsere Kirche sind nicht leichter geworden, in Manchem werden wir uns umstellen und auf Neues einstellen müssen, doch von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag“, sagte Wermke unter Aufnahme des Gedichtes von Dietrich Bonhoeffer.
Auch der Landesbischof zeigte sich zuversichtlich „Wenn wir neugierig ins Gespräch kommen, wenn wir bereit sind, mit den Menschen vor Ort gemeinsam weiter zu denken und neue Ideen auszuprobieren, werden Glauben und Kirche vor Ort an Relevanz gewinnen“, erklärte Cornelius-Bundschuh. Wichtig sei, dass die evangelische Kirche überall in Baden verlässlich erreichbar sei, mit Seelsorge, Gottesdiensten und Kasualien – „aber wir werden nicht mehr an jedem Ort alles machen können.“
Auch wenn kirchlich engagierte Menschen angesichts zurückgehender Finanzen derzeit oft das Gefühl haben, in der Defensive zu sein, so stärke doch die christliche Botschaft das Gottvertrauen, den Lebensmut und die Hoffnung. Zugleich ermutige sie Menschen, Verantwortung für andere zu übernehmen. In einer Zeit, in der die Lebenswelt auseinanderdriften und Polarisierungen zunehmen, führe der Glaube zusammen.
Dankbar zeigte sich Cornelius-Bundschuh über den „Reichtum an kreativen Ideen“, den die Kirchengemeinden in Zeiten der Pandemie gezeigt hätten. Im digitalen Bereich, zum Beispiel durch Zoom-Gottesdienste, aber auch durch „leibhaftige“ Impulse. Die Kirche der Zukunft werde ihre Botschaft umso deutlicher weitergeben, je besser das Zusammenspiel sei: In Kollegialität und Vernetzung, im Miteinander zwischen Gemeinden, Bezirken und Landeskirche, diakonischen Einrichtungen und Schulen, ökumenisch und interreligiös.
In globaler Perspektive erinnerte der Landesbischof an die starke Unterstützung der badischen Landeskirche für den kirchlichen Entwicklungsdienst, der angesichts der zusätzlichen Belastungen durch Corona besonders notwendig sei. In Fragen des Klimawandels und der Biodiversität sei Albert Schweitzers Plädoyer nach einer neuen „Ehrfurcht vor dem Leben“ aktueller denn je, erklärte Cornelius-Bundschuh. Der persönlichen Lebensstil, aber auch die kirchlichen Haushaltsentscheidungen könnten deutlich machen, dass wir diese Erde für unsere Mitwelt und kommende Generationen bewahren wollten.
Die Landessynode tagt noch bis zum Donnerstag (22.4.). Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Wahl des neuen Präsidiums am morgigen Mittwoch (21.4.). Aufgrund der Pandemie erfolgen alle Vorträge, Wahlen und Beratungen in digitaler Form. Alle Plenumssitzungen sind gleichwohl öffentlich und werden unter www.ekiba.de übertragen. Darüber hinaus beraten die Landessynodalen Themen und Gesetze im Detail digital in vier Ausschüssen: dem Bildungs- und Diakonieausschuss, dem Rechtsausschuss, dem Finanzausschuss und dem Hauptausschuss.
Den Bericht des Landesbischofs und weitere Informationen zur Tagung der Frühjahrssynode finden Sie unter www.ekiba.de/landessynode/fruehjahrstagung2021
Hier gibt es eine Meldung im SWR: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/badische-landessynode-digital-104.html


