Badische Landessynode: Bericht des Landesbischofs

Bad Herrenalb, (21.10.2020). Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hat allen beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitenden gedankt, die „mutig, kreativ und besonnen“ Wege finden, um kirchliches Leben im Zeichen von Corona zu gestalten. Im Rahmen der Herbsttagung der badischen Landessynode hielt der Landesbischof am heutigen Mittwoch (21.10.) in Bad Herrenalb seinen „Bericht zur Lage“.

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„Unser alltägliches Leben hat Risse bekommen, die schmerzen“, sagte der Landesbischof, aber „wir glauben, dass gerade durch diese Risse das Licht der Liebe Gottes“ fällt. Gesellschaft und Kirche müssten in Zeiten der Pandemie „grundlegende Spannungen neu ausbalancieren: zwischen Freiheit und Verantwortung, zwischen dem Schutz des physischen Lebens und der Wahrung der Würde des Lebens, zwischen der Sorge für die Nahen und der Verantwortung für die Fernen“, sagte Cornelius-Bundschuh. Die auch kritischen Anfragen an kirchliche Präsenz während des Lockdowns hätten gezeigt, wie wichtig der Gesellschaft die Themen Glauben und Kirche sind und hätten hohe Erwartungen widergespiegelt, „wie der Glaube in der Krise Halt geben soll“.
 
Unter den Bedingungen, die nötig waren, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern und Leben zu schützen, sei es der Kirche vor Ort in vielfältigen Formen gelungen, „Menschen im Glauben zu stärken und zur Verantwortung zu ermutigen“, erklärte der Landesbischof. Angesichts stark steigender Infektionszahlen müsse es in den kommenden Monaten möglich sein, dass etwa Altenheime oder Werkstätten für behinderte Menschen zugänglich bleiben für Besuche, Seelsorge und Sterbebegleitung. Schließlich gehörten der Schutz der Gesundheit und die Sorge um ein würdiges Leben und Sterben im Glauben unauflöslich zusammen.
 
Nicht wenige Menschen hätten die Corona-Zeit als Chance kreativer Erneuerung gesehen, zum Beispiel bei der Entwicklung digitaler Verkündigung, berichtete Cornelius-Bundschuh. Allerdings sei deutlich geworden, wie aufwändig diese Online-Formate seien. Wichtig sei, sich zentralen Fragen zu stellen, wie: „Geht etwas verloren, wenn wir uns nur in digitaler Distanz begegnen? Wie erfahren wir die Anderen, wenn wir ihre Gesten und ihren Körper nicht leibhaftig begegnen?“
 
Im Blick auf die zukünftige kirchliche Arbeit unterstrich der Landesbischof, dass der Glaube gedeiht, wo er in lebensweltlich relevanten Netzwerken verankert ist.“ Die Kirche kann Wesentliches zu den grundlegenden Umbrüchen in der Gesellschaft sagen. Zentral sei dafür die Vernetzung mit Menschen aus dem kommunalen und zivilgesellschaftlichen Bereich. Die Umbrüche in der Kirche erforderten eine verlässlichere Kooperation in den Regionen, auch in ökumenischer Perspektive. „Nicht überall muss alles gemacht werden, wichtig ist eine gute, regionale Abstimmung.“ Dabei seien auch distanziertere Formen der Kirchlichkeit „aufmerksam und wertschätzend unter der Frage wahrzunehmen, wie Christus unter uns Gestalt gewinnt“.
 
Den kompletten Text sowie weitere Informationen zur Tagung der Herbstsynode finden Sie unter www.ekiba.de/landessynode/herbsttagung2020