Berichte aus dem Jahr 2016

„Stadtvent“ heißt das Thema des nächsten himmelweit-Gottesdienstes, eine Kombination aus „Stadt“ und „Advent“: Was bedeutet der Advent für die Stadt? Wo könnte, sollte, müsste, das Licht des Advents aufleuchten in Wiesloch, in den Institutionen, bei den gesellschaftlichen Gruppen, bei Alt- und Neubürgern? Diese Fragen sollen sich die Gottesdienstbesucher stellen. Die Architektur des neuen Gemeindehauses mit ihrem Kreuzgang wird dabei behilflich sein. Wie in einem Kloster kann um Innenhof und Saal herum zu meditativer Musik gewandelt werden.

himmelweit - Einladung

„himmelweit“ folgt „Algo“ – neuer Name für alternativen Gottesdienst der Petrusgemeinde
Mehr als ein Jahr nach seiner Premiere gibt es eine Namensänderung: „himmelweit“ heißt künftig der alternative Gottesdienst (bisher „Algo“) der evang. Petrusgemeinde. Verändert hat sich auch der Ort: „himmelweit“ findet künftig im neuen Gemeindehaus statt. Ansonsten bleibt das Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen beim bisherigen Konzept: Der Gottesdienst findet am Sonntagabend statt, Popmusik dominiert. Der Ablauf ist auch für seltene Gottesdienstbesucher kompatibel. Interviews, Theaterstücke und andere moderne Elemente schlagen Brücken in die Lebenswelt. Folgerichtig hat jeder Gottesdienst auch ein (aktuelles) Thema. Und schließlich: Ein engagiertes Team bereitet den Gottesdienst vor.
Startschuss für „himmelweit“ ist am Sonntag, 17. Juli um 20 Uhr im Gemeindehaus Friedrichstr. 5.
Thema: „Sommersegen“ – mit Möglichkeit zu persönlichen Segnung.

Einweihung des neuen Gemeindehauses - 19.06.2016

oben: Freuen sich mit den Gästen und Gemeindegliedern, dass der Bau nun endlich vollendet ist: hinten, v.l.n.r.: Alexander Hafner, katholische Gemeinde St. Augustinus, Felix Waechter, Architekt, Dr. Traugott Schächtele, Prälat für Nordbaden, Dr. Christian Schwarz, Gemeindepfarrer, Burghard Wulf, Vorsitzender Gesamtkirchengemeinde, Ludwig Sauer, Bürgermeister Wiesloch. Vordere Reihe, v.l.n.r.: Rüdiger Trager, Bauleiter des Architekturbüros, Sibylle Waechter, Architektin, Sina Titze, Fachplanung, Elke Hirn, Bauausschuß Petrusgemeinde
unten links: Nicht auf maximale Kapazitäten ausgelegt, so Burghard Wulf bei seiner Begrüßungsansprache, so war das Interesse der Gemeinde groß, ihr neues Gemeindehaus auch von innen und nicht nur während der Bauphase von außen zu sehen.
unten rechts: Das Foyer des neuen Gemeindehauses hat die erste Probe als Raum für Empfänge und Veranstaltungen sehr gut bestanden.

Wiesloch (wo). Drei Jahre hat es gedauert von der Entscheidung zum Abriß des alten Gemeindehauses aus dem Jahr 1955 bis zum vergangenen Sonntag: Die evangelische Petrusgemeinde Wiesloch hat ihr neues Gemeindehaus eingeweiht. Mitten in Wiesloch gelegen und auch im Zentrum der Petrusgemeinde, vereint das Haus alle wichtigen Funktionen im Gemeindeleben der gut 3.000 Christen großen Gemeinde.
 
Vor dem Festgottesdienst begrüßte Kirchengemeinderatsvorsitzender Burghard Wulf knapp 400 Gemeindeglieder, die zusammen mit den leitenden Architekten Felix und Sibylle Waechter, Darmstadt, und vielen weiteren Festgästen das neue Gemeindezentrum feierten. Der für Wiesloch zuständige Prälat für den Kirchenkreis Nordbaden der Evangelischen Landeskirche in Baden Dr. Traugott Schächtele gestaltete als Liturg den Gottesdienst. Er stellte besonders die Bedeutung des neuen Gemeindehauses als Ort für Gastfreundschaft dar: „Das Gemeindehaus ist ein Übungsort des Glaubens in vielfältiger Ausprägung“. In Anspielung auf die verkürzt beschriebene Adresse in der Friedrichstraße 5, kurz nur als „F5“ genannt, nahm er Bezug auf ein Schachspiel, bei dem just diese Position als Siegesplatzierung bekannt ist: Das neue Gemeindezentrum solle die Basis für eine erfolgreiche Gemeindearbeit sein. Das Gebäude alleine sei nicht entscheidend im architektonischen Sinne, sondern Grundlage: „Das ‚kirchliche Vereinsheim‘ oder auch das ‚Wohnzimmer der Gemeinde‘ soll für die Gemeinde Jesu Christi das Haus der gemeindlichen Alltäglichkeit werden“.
 
Städtebaulicher Höhepunkt mit viel Licht
Felix Waechter als leitender Architekt besprach nach dem Gottesdienst seinen Entwurf und die verschiedenen Funktionen des Gebäudes. Barrierefrei auf einer Ebene seien alle Zimmer bewußt auf Kommunikation und Begegnung ausgelegt: „Alle Räume sind kreuzgangähnlich um den zentralen Innenhof gruppiert. Nichts soll den Austausch erschweren“. Die bodenebenen Fenster an drei Seiten lassen viel Licht und Transparenz ins Haus. Im Osten zum ehemaligen Kaufhaus Dannheimer liegen die Verwaltungsräume mit Besprechungszimmern und Dienstzimmern der Gemeindepfarrer Dr. Christian Schwarz und Dr. Andreas Blaschke sowie die Gemeindeverwaltungen. Im Süden befinden sich die Funktionsräume, und im Westen die Gruppenräume für ein vielfältiges Gemeindeleben. Herzstück ist der große Saal mit Platz für 200 Menschen, bewußt auch offen mit großen Glasfenstern gestaltet, die sich in den Innenhof mit der Kastanie aus dem Garten des alten Gemeindehauses öffnen. „Ohne gute Fachplaner und Handwerker gelingt aber dem Architekten nichts“, so der anschließende Dank an sein Team mit Sina Titze und Rüdiger Trager für Fachplanung und Bauleitung ebenso wie für die Umsetzung der Pläne durch die Fachfirmen und Handwerker. Anstelle eines obligatorischen Schlüssels übergab er vier einladende Sitzmöbel für den Innenhof – Ort des Austauschs.
 
Nachbarn und Gäste freuen sich über vielfältige Nutzungsmöglichkeiten
„Keiner war während des Baus näher dran als ich“, so schmunzelnd Alexander Hafner, Pfarrer der katholischen Schwestergemeinde Sankt Augustinus Wiesloch/Frauenweiler, in seinem Grußwort. Er freue sich auf viele gute Begegnungen in direkter Nachbarschaft. Die evangelische Petrusgemeinde habe mit dem Gemeindehaus einen wichtigen Schritt getan, der für die Wieslocher Katholiken noch anstehe mit der Renovierung deren Gemeindezentrums. Für die Stadt Wiesloch überbrachte Bürgermeister Ludwig Sauer die weltlichen Grüße: „ Das neue Gemeindezentrum ist eine Visitenkarte für dieses Gebiet mit vielen öffentlichen Gebäuden“. Er wies auf die sehr gute Gemeinschaft in Wiesloch mit Christen und Nichtchristen und die gelebte Toleranz hin und freute sich, dass von weltlicher Seite die Zusammenarbeit auch mit den kirchlichen Einrichtungen wie Sozialstation und Kindergärten optimal funktioniere. Namentlich dankte Gemeindepfarrer Christian Schwarz Gustav Feurer für die ehrenamtliche Vermarktung der Grundstücke der aufgelösten Gemeindezentren in der Martin-Luther-Straße sowie in Frauenweiler. Sein Dank galt auch Burghard Wulf, der sich als Vorsitzender des Kirchengemeinderats besonders mit viel Zeit und Engagement für den und während des Neubaus eingesetzt hatte. Zum Abschluß lud Patricia Schneider-Winterstein, Gemeindediakonin der Petrusgemeinde, zur Besichtigung der Räume, der Büros und Funktionszimmer ein. Infostände des Diakonischen Werkes, der Sozialstation und der ökumenischen Hospizhilfe als beispielhafte Gemeindeeinrichtungen nutzen die Einweihung als Kontakt- und Kommunikationsplattform. Dabei hat die Gemeinde für einen symbolischen Imbiss in Form von Butterbroten und Salz und Sekt gesorgt, passend zur Begrüßung des neuen Gemeindezentrums: „Herzliche Einladung zum Schauen, wie schön es hier geworden ist“.

Konfirmation 2016 - und Anmeldung für 2017

am 23. und 24. April wurden in der Petrusgemeinde drei Konfirmationsgottesdienste gefeiert, die ganze Gruppe ist oben abgebildet - und schon ist der nächste Jahrgang dran.
Laut Pressetext laden wir "zur Konfirmandenanmeldung für die Konfirmation 2017 ein. Alle Jugendlichen, die nach den Sommerferien die achte Klasse besuchen, die bereits getauft sind oder im laufenden Konfirmandenjahr getauft werden möchten, sind herzlich eingeladen, sich im Pfarramt der Petrusgemeinde zu melden. In diesem Jahr werden zwei Modelle angeboten: wöchentlich mittwochs oder monatlich samstags. Nähere Infos und Anmeldung unter Telefon... oder per email..."

Gottesdienste im Pfarrhaus

Oft sind unsere Gottesdienst für Kinder nicht so interessant und manchmal wird es für die Erwachsenen dann anstrengend. Deshalb übertragen wir seit einiger Zeit den Gottesdienst auf einen Fernseher im Pfarrhaus. Zunächst am ersten und zweiten Sonntag des Monats - bestimmt bald auch öfter - Freiwillige zur Betreuung werden noch gesucht - bitte gerne melden !! - z.B. im Pfarramt.

Wieslocher Kirchengemeinden ökumenisch vereint
Abschluss der ökumenischen Bibelwoche 2016

Wiesloch (awol). In gewohnter Tradition veranstalteten die drei Wieslocher Innenstadtgemeinden der evangelischen Petrusgemeinde, der evangelisch-methodistischen Gemeinde Wiesloch sowie der katholischen Gemeinde St. Augustinus vergangene Woche die ökumenische Bibelwoche 2016. In 3 Themenabenden tauschten sich jedes Mal gut 50 Christinnen und Christen über Inhalte aus dem biblischen Buch des Propheten Sacharja aus unter der Leitung der Gemeindepfarrer Dr. Christian Schwarz, Hanna Lehnert und Alexander Hafner. Das Motto lautete „Augen auf und durch: Zugänge zum Sacharjabuch“. Bei diesem Bericht im Alten Testament geht es um die Rückkehr des biblischen Volkes aus dem Exil. Alles liegt jedoch in Trümmern. Eine immense Aufgabe für den Propheten Sacharja: den Mutlosen Mut zu geben und die Deprimierten für den Wiederaufbau zu begeistern.
 
Im Abschlussgottesdienst vergangenen Sonntag in der katholischen Laurentiuskirche begrüßte Pfarrer Haffner nicht nur die Teilnehmende der Workshops: "Drei Gemeinden auf dem Weg, zusammengekommen unter dem Wort Gottes. Wir haben viel gesprochen, gebetet und gesungen: Das macht Mut, weiterhin auf dem Weg Gottes gemeinsam zu gehen". In der Festpredigt wandte sich Pfarrer Schwarz in einem persönlich gefassten Brief an den Propheten Sacharja: "Wie besonders ist dein Blick auf die Zukunft, auf die Hoffnung des Neuanfangs und den Mut, das Erlebte, Schlimme einfach zurückzulassen?" Schwarz beschrieb in seinen Zeilen auch die Bilder der Hoffnung, die der Prophet seiner damaligen, schwer geprüften Gemeinde aufzeigte: "Genau das sind Bilder Gottes, Sichtweisen der Wünsche Gottes für seine Zusage der Liebe".

Musikalisch mitgestaltet wurde der Gottesdienst durch den Seniorenchor "Kurpfalz" unter der Leitung von Kantorin Ute Roth. Ökumenisch gemischt und im Altersschnitt über 70 Jahre zeigten die Seniorinnen und Senioren genau das Bild auf, was in der Bibelwoche im Text von Sacharja vermittelt wurde: Aufbruch und Zuversicht. Der Chor hat knapp 30 Sängerinnen und Sänger und besteht seit September 2014. Das Repertoire umfasst weltliche als auch kirchliche Stücke, wie nun auch engagiert zum Festgottesdienst (übrigens der erste große öffentliche Auftritt) vorgetragen.

„Berge im Schweigen“ - das Männerwochende

Hast du Lust, ein Wochenende zusammen mit anderen Männern unterwegs zu sein? Um dich herum faszinierende Berge, auf den Schultern dein Rucksack, auf dem Weg zur nächsten urigen Hütte? Wir sind 3 Tage unterwegs (Freitag bis Sonntag), lernen neue Leute kennen und bekannte besser. Täglich gehen wir eine Strecke im Schweigen (ca. 90 min) – auf der Suche nach unserem eigenen inneren Weg.

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berge im schweigen 2016

Wochenende des Ältestenkreises 2016

Die Kirchenältesten im Elsass

Vom 19. bis 21. Februar 2016 verbrachte der Ältestenkreis ein Wochenende im Château du Liebfrauenberg (Elsass). Neben einer Sitzung am Freitagabend blieb vor allem viel Zeit für gemeinsame Andachten, gute Gespräche, Spaziergänge und natürlich leckeres Essen. Ein Schwerpunkt der Beratungen waren einzelne Elemente des Gottesdienstablaufs.

Gemeindezentrum West ist Geschichte

24.02.2016 : Festgottesdienst zur Entwidmung der ehemaligen Christuskirche
Das letzte Glockenläuten, Stille unter den Ankommenden – es war am vergangenen Sonntag kein freudiger Anlass in der Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Wiesloch. Die Entwidmung des Gemeindezentrums West und vormals der Christusgemeinde setzte einen Schlussstrich unter einen schwierigen Weg, der mit der Fusionierung der damaligen beiden Kernstadtgemeinden Johannes- und Christusgemeinde zur Petrusgemeinde begonnen hatte. Abschied nahmen zahlreiche Menschen im voll besetzen Gemeinderaum, die ihr Gemeindezentrum lieb gewonnen und viele Jahre dort ihr geistliches Zentrum hatten.
 
Entwidmung nach knapp 50 Jahren geistlicher Mittelpunkt im Westen
Nach dem Vorspiel der Rainbow Singers unter der Leitung von Kantor Christian Schaefer fand Gemeindepfarrer Dr. Christian Schwarz zu Beginn des Gottesdienstes tröstende Worte: „Trauer gehört beim Abschied nehmen dazu. Gewesenes wird nicht weitergehen, aber wir können dankbar sein für Alles, was hier in über 47 Jahren war und nun an einem anderen Ort fortgesetzt wird“. Entsprechend lud er gleich zur Eröffnung des neuen Gemeindezentrums in der Friedrichstraße 5 am 19. Juni 2016 ein. Der für den Kirchenkreis zuständige Prälat der Landeskirche Badens und zugleich Vertreter des Landesbischofs Dr. Traugott Schächtele betonte die Schwierigkeit für den Entschluss zur Aufgabe: „Mit dem Ende des Gottesdienstes wird das Gemeindezentrum außer Dienst gestellt. Das Aufgeben ist kein leichter Weg und keine leichtfertige Entscheidung. Die Gremien der Gemeinde haben sich sehr wohl überlegt, welche Konsequenzen damit verbunden sind – bis hin zur Verletzung und Trauer bei Menschen, die persönliche Verbindungen zum Ort haben.“ Was bliebe, sei der gemeinsam gegangene Weg und der Segen, den das Zentrum für viele Jahre geschaffen hat. Die Dankbarkeit dafür sollte im Vordergrund stehen und mitgenommen werden zum Aufbruch in das neue Zentrum. Schließlich sei es nicht so, dass mit der Aufgabe der Kirche das Leben in Wiesloch um eine Stufe geringer würde, sondern dass die Menschen, die Gemeinde und damit Bausteine einer Gemeinde ausmachen, ihre Kirche weiter fortführen sollen. Er warb für die Entscheidung, sich vom Gemeindezentrum zu trennen, für Verständnis angesichts der Finanzlage und dem bisherigen Reichtum:“ Die Aufgabe des Gemeindezentrums ist gleichzeitig die bewusste Verantwortung für den Erhalt der weiteren Gotteshäuser in Wiesloch; für den Gemeindeaufbruch, mit lebendigen Steinen der Gemeindearbeit Neues aufzubauen.“
 
Abschied der Menschen
Einzelne stellvertretend für Viele riefen die zahlreichen Bezüge im Gemeindeleben nochmals in Erinnerung. Burkhard Wulf, Vorsitzender der Gesamtkirchengemeinde Wiesloch mit Petrus- und Paulusgemeinde, zählte chronologisch die Stationen des Gemeindezentrums auf von der Entscheidung der evangelischen Kirchengemeinde, 1965 für die damalige „neue Pfarrei“ unter Pfarrer Heinz Lemmer ein eigenes Gemeindezentrum zu bauen, da die damaligen 2 Kirchengemeinden seit ihrer Aufspaltung im Jahr 1864 noch in der Stadtkirche gemeinsam parallel Gottesdienste feierten. Grundsteinlegung am 3. Dezember 1967, Glockenturmbau 1982 und Einbau der Orgel 1996 waren bedeutende Stationen der damals stark wachsenden Christusgemeinde unter Pfarrer Gerhard Engelsberger. Seit 2010 begann sich jedoch abzuzeichnen, dass auf Dauer die Vielzahl der kirchlichen Gebäude und die damit verbundenen Kosten nicht zu halten sind angesichts der schrumpfenden Zahl der Gemeindeglieder. Was in Altwiesloch bereits erfolgte mit dem damaligen Verkauf des Gemeindehauses und Kindergarten zeichnete sich auch für den „Westen“ ab, zumal die Parallelität mit 2 Gemeindezentren in der dann 2012 fusionierten Petrusgemeinde nicht zu halten war. Jutta Reick und Patricia Schneider-Winterstein, Gemeindediakoninnen der Petrusgemeinde, riefen Erinnerungen wach mit der Abfrage unter den Anwesenden, wer hier getauft wurde, konfirmiert oder getraut. Zusammen mit Kirchenältesten Rudolf Leib und Kindergartenleiterin Doris Mülbaier vom „Eine-Welt-Kindergarten“ erinnerten sie an die „Bausteine“ des lebendigen Gemeindelebens mit zahlreichen Gruppen und Kreisen, die Jugendtreffs, kirchlichen Sitzungen und Gesprächsrunden wie Synoden, Konventen und ökumenischen Treffen, Glaubenskurse, theologischen Runden, der Diakoniearbeit mit der Hausaufgabenbetreuung, der Kirchenmusik mit dem damaligen Kinderchor und den vielen Gottesdiensten wie die Feier der Stille oder die Fernsehgottesdienste. Das Gemeindezentrum war auch Ort der Begegnungen mit Theatergruppe, Basteln mit Filz und Ton, Malen und Sägen, Kochen und Backen, ein direkter Bezug zum Kindergarten – eine lebendige Gemeinde eben.
 
Aufbruch wie damals
Schlussstrich? „Das Aufgeben von Gebäuden ist nicht der Anfang vom Ende – trotz angesichts der vielen Menschen, die heute Abschied nehmen, und zu Recht Trauer verspüren“, so Prälat Schächtele am Ende: Es gehe aber weiter mit der Kirche und mit den Menschen, die nun Hoffnung auf ein neues Gemeindezentrum zur Mitte des Jahres haben können und dass es dort ebenso weitergehe mit einem aktiven Gemeindeleben in Gruppen und Kreisen. Mit dem Schlußlied „Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist“ (EG 395) wurde aus dem grauen Wintermorgen mit dem zufälligen Durchbrechen der Sonne durch die Wolken der bewusste neue Weg angesungen. Beim Auszug der liturgischen Gegenstände wie Altarkerzen, Bibel, Osterkerze, Kirchenkreuz und Abendmahlsgeschirr durch Mitglieder der Gemeinde und in musikalischer Begleitung durch den Gospelchor ganz am Ende des Festgottesdienstes wurde es still im Raum und bedrückende Gewissheit, dass eine Zeit in Wiesloch zu Ende ist. Und doch war bei der anschließend letzten Teerunde nach Abschluss des Gottesdienstes zu spüren, dass es weitergehen wird mit der Geschichte: Spätestens mit der Einweihung des neuen Gemeindezentrums in der Friedrichstraße 5, von dem jetzt schon angesichts der modernen Architektur nur noch vom „F5“ gesprochen wird.

Orgel des Gemeindezentrums West spielt jetzt in St. Leon-Rot

Schon am Tag nach der Entwidmung wurde die Orgel im Gemeindezentrum West abgebaut. Schön ist, dass die Orgel im Kirchenbezirk verbleibt und zukünftig in der Evang. Kirche von St. Leon-Rot spielen wird. Mit dem vereinbarten Kaufpreis kann sich die Kirchengemeinde Wiesloch wiederum eine Orgel für den Neubau des Gemeindezentrums Malsch leisten. So dient der Verkauf gleich doppelt der Musik im Kirchenbezirk.

Einladung zum Entwidmungsgottesdienst

am Sonntag 24. Januar findet der Gottesdienst der Petrusgemeinde zum letzten Mal im Gemeindezentrum West statt. Es wird ein "Entwidmungsgottesdienst" sein, wo wir Abschied nehmen vom Gemeindezentrum als "Gottesdienstraum" und "Christuskirche", als Ort unzähliger lebendiger Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und vielem mehr, und den Herr Prälat Schächtele mit uns gestalten wird.

Die Orgel sagt Adieu

Abschiedskonzert für Orgel und Gemeindezentrum West am 17.Januar 2016, Wiesloch (awol)
Wenn es nicht ein trauriger Anlass gewesen wäre, dann hätte das Konzert in seiner Vielfalt und mit den 14 Musikerinnen und Musikern einen tollen Beweis gegeben, zu zeigen, was Ehrenamt in der Kirchenmusik alles leistet. Vergangenen Sonntag war aber der Abschied von der Orgel im Gemeindezentrum West der Petrusgemeinde angesagt. Kirchenmusikdirektor und Kantor Christian Schaefer begrüßte ein dankbares Publikum: "Fast auf den Tag genau vor 20 Jahren, nämlich am 31. Januar 1996, wurde die Jäger&Brommer-Orgel in der damaligen Christusgemeinde mit einem Konzert mit Werken von Johann Sebastian Bach eingeweiht. Heute verabschieden wir uns von ihr; sie wird zukünftig einen neuen Platz im Gemeindezentrum St. Leon-Rot finden." Schaefer, der auch die musikalische Leitung des Abends führte, wollte jedoch den Abend nicht traurig klingen lassen, sondern stellte die Musizierenden des Abends in den Vordergrund, die teilweise über 30 Jahre die Kirchenmusik der Gemeinde ehrenamtlich mitgestaltet haben.

Ort der Modernen Musik
Über die Hälfte der Stücke des Abends stammten aus der jüngeren, zeitgenössischen Musik, die gerade für das Gemeindezentrum West charakterisierend war. Das Quintett "Blech5", eine Ausgründung aus dem Posaunenchor mit Daniel Kühnlenz, Sabine Ingendahl, Jochen Wagner, Kerstin Heineken und Claus Beckenbach, das den Anfang gab, zeigte mit kräftiger moderner Bläsermusik den damaligen Aufbruch im „Wieslocher Westen“ nach, eine "Kirchen-Ausgründung" zu wagen. Neue Klänge, begleitet von Niko Heineken am Schlagzeug, waren dann auch die weiteren Stücke aus der Erweiterung des kirchlichen badischen Gesangbuchs "Neue Lieder". An der jüngsten Musikerin, Veronika Beurer mit 11 Jahren, war mit ihrer Violine unter Begleitung von Schaefer am Flügel gelegen, das zeitlich älteste Stück des Abends aus dem Violinkonzert a-moll von Vivaldi vorzutragen. Langjährig in der Gemeindemusik und insbesondere im Gemeindezentrum West engagiert, haben Ingrid Rohr und ihre Tochter Carolin Wulf sich mit wunderbarem Gesang mit Stücken von Bartholdy und Rutter von ihrer Kirche verabschiedet. Ebenso hat Brigitte Byrla mit frohen Orgelklängen aus dem französischsprachigen Kirchenraum zum Abschied beigetragen; sie selbst hat vor über 15 Jahren "im Westen" mit dem Orgelunterricht begonnen. Vierhändig spielte Schaefer an der Orgel mit Karin Beurer ("Morgenstimmung" von Edvard Grieg), oder auch in Begleitung des Cellos von Wolfgang Schreiber (Telemanns Sonate D-Dur, der damalige "Popmusiker" des Barock, so Schaefer): Dies waren Stücke, die die Besonderheit des Abends und der Bedeutung der Musik für das Gemeindezentrum hervorhoben. Bemerkenswert waren die Stücke der amerikanischen neuzeitlichen Komponisten Tedd Smith/Don Hustad, die mit ihrer Bearbeitung von "Great is the Lord" und "Amazing Grace" für Orgel (Ute Roth) und Flügel (Christian Schaefer) ein neues, anderes und ungewohntes (fast pathetisches) Klangbild boten - in fast jeder amerikanischen Kirche steht ein Flügel oder Klavier zur Begleitung der Gottesdienste zusammen mit der Orgel.

Der Letzte macht das Licht aus
Beim Schlußlied "Der Mond ist aufgegangen", bei dem die Anwesenden zum Mitsingen eingeladen waren, ließ Schaefer die Orgel in den einzelnen Strophen immer leiser werden, bis bei der letzten Strophe die Orgel ganz verstummte. Schaefer stellte das Windwerk aus, machte das Manual-Licht aus: Das war's. Nicht ganz, so Schaefer: "Das Instrument ist wichtig, aber das Wichtigste sind diejenigen, die Musik machen zum Lob Gottes und zur Freude der Menschen, ganz gleich an welchem Ort oder mit welchen Instrumenten". Daher gab er den vielen Gästen des Abschiedskonzerts mit auf den Weg, nicht der Musik im ehemaligen Gemeindezentrum West nachzutrauern, sondern sich an den vielen musikalischen Talenten der Petrusgemeinde zu freuen. Und - die lautstark geforderte Zugabe versprach er zum nächsten Konzert in der evangelischen Stadtkirche.

 

 
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